Neunter Monat

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02.12.2012 (Tag 245): Ein Advents-„kranz“, denn heute ist der erste Advent. Ich habe ein wenig mit dem Aufnahmewinkel gespielt. Bei einem flacheren Winkel hätte ich zwangsläufig Umgebung mit auf das Bild bekommen. Das wollte ich aber nicht.
03.12.2012 (Tag 246): Heute mal wieder ein minimalistisches Motiv. Es handelt sich um eine Nylon-Schnur vor einer weißen Wand. Beleuchtet ist das ganze mit Zimmerbeleuchtung.
04.12.2012 (Tag 247): Hier sehen wir eine schon in die Jahre gekommene Kaffeekanne mit roten Punkten. Die wollte ich heute ins Bild setzen. Nach 3 bis 4 Probefotos fielen mir die schönen Reflexionen auf der Oberfläche auf. Die blauen Reflexionen stammen von den Fenstern, die gelben von der Neon-Raumbeleuchtung.
05.12.2012 (Tag 248): Wiederholung des Versuchs vom 27.06. Ich habe mir extra den Gartenzwerg für dieses Foto gekauft. Dieser hat eine rote Mütze, rosa Gesicht mit weißem Bart, gelbes Hemd, grüne Hose und braune Schuhe. Die Idee: Ich beleuchte ihn mit rotem Licht. Im Idealfall hat das rote Licht die gleiche Wellenlänge, wie die rote Mütze. Rote Mütze, weißer Bart und weißer Hintergrund reflektieren dann das gleiche Rot und die Mütze sollte dann quasi unsichtbar erscheinen. Wenn man will, kann man dann noch den Weißabgleich korrigieren und den weißen Hintergrund wieder weiß machen. Die Mütze sollte dann trotzdem verschwunden bleiben. Warum rot? Weil das menschliche Auge im roten Bereich relativ unempfindlich ist. Die Erkenntnis aus diesem Foto: Erst einmal scheitert der manuelle Weißabgleich der Kamera an dem starken roten Farbstich. Die zweite und wichtigere Erkenntnis: Es funktioniert tatsächlich. Allerdings ist das rosa Gesicht und nicht die rote Mütze verschwunden.
06.12.2012 (Tag 249): Meine Hängematte ist zu kurz um sie einmal quer durch den Raum zu spannen. Also habe ich sie an beiden Enden mit einer Kette verlängert. Ein Ende der Kette ist aber wiederum zu lang und so baumelt ein Teil an der Wand herunter. Unter dieses Ende habe ich – auf der Pirsch nach einem Projektfoto – die Kamera druntergehalten, mit „Blickrichtung“ nach oben. Herausgekommen ist dieses Foto, welches mir spontan gefallen hat. Um die Mischlichtsituation zu entschärfen, habe ich es nach S/W umgewandelt.
07.12.2012 (Tag 250): Gestern sind wir endlich dazu gekommen, etwas Weihnachtsdeko Zuhause aufzuhängen. Heute morgen – gleich nach dem Aufstehen – bemerkte ich diese schönen Reflexionen an der Wand.
08.12.2012 (Tag 251): Besuch im Parkhaus. Mir fiel die kontrastreiche Auffahrt gleich auf und während die Ehefrau das Parkticket bezahlt, habe ich diese Aufnahme gemacht.
09.12.2012 (Tag 252): Ein weihnachtliches Motiv: Licht verdrängt die Dunkelheit. Am PC habe ich den Kontrast nochmal hochgeschraubt um auch ein richtiges Schwarz im Bild zu haben.
10.12.2012 (Tag 253): Ich bin mal wieder mit dem Zug unterwegs. Doch bevor es losgeht, ist noch Zeit für einen Kaffee im Bahnhofs-Imbiss. Mir fiel gleich die Reflexion des Andreas-Kreuzes auf der Tischplatte auf. Der (Plastik-)Weihnachtsstern passte farblich auch wunderbar dazu. Der Ausschnitt musste so gewählt sein, dass der Weihnachtsstern + Spiegelbild ganz zu sehen sind, aber nichts außerhalb der Tischplatte.
11.12.2012 (Tag 254): Mir gefiel der Kontrast zwischen symmetrischem, dunklen Pflaster und asymmetrischem, hellen Schnee. Zuerst wollte ich nicht, dass meine Schuhe mit auf das Bild kommen. Dann gefiel es mir aber ganz gut, weil der dunkle Farbton von Schuhen und Hose gut zu dem dunklen Pflaster passten. Durch die Umwandlung nach S/W fallen sie noch weniger auf. Zur Bildaussage passen sie auch: Du stehst vor einer Grenze. Ein Schritt noch und Du bist in einer neuen Welt.
12.12.2012 (Tag 255): Dieses Motiv habe ich gestern schon gefunden und heute fotografiert. Es sind ein paar Außenjalusien auf denen wohl jemand (nicht ich) mit seinen Fingern rumgegrapscht hat.Mir gefällt die gebrochene Symmetrie.
13.12.2012 (Tag 256): Seit drei Tagen sitze ich in einem 3×3 Meter großem Büro ohne Tageslicht. Der Raum hat nicht viel zu bieten und man muss schon genau suchen, um ein Tagesmotiv zu finden. Da ist dieser Deckenfluter. Er hat zwei Ein/Aus-Schalter (für zwei verschiedene Birnen). Das Netzkabel ist spiralförmig um den Fuß gewickelt. Das Lampe und Teppich sind schon grau, deswegen ein S/W-Bild.
14.12.2012 (Tag 257): Mein letzter Tag in der 3×3 Meter Box (genannt Büro). Der einzige Farbfleck hier ist eine rote Wand und der einzige „Farb-„fleck auf der Wand ist ein weißer Türstopper. Wird heute also wieder ein Beitrag zu meiner Serie „Fast Nix“. Am PC habe ich versucht die Reflexionen an der Wand etwas abzumildern.
15.12.2012 (Tag 258): Heute bin ich an einigen Fahrrädern mit Eiskruste vorbeigekommen. Fahrräder finde ich schwer zu fotografieren, da sie nur aus wenigen dünnen Stangen bestehen und der Hintergrund meistens ablenkt. Andererseits geht bei einem Detail oft die Information verloren, dass es sich um ein Fahrrad handelt. Drittes Problem: Wenn die Fahrräder abgesperrt sind, hat man meist einen störenden, dominanten Poller mit im Bild.
16.12.2012 (Tag 259): Heute blieb leider wenig Zeit zum Fotografieren. Obwohl ich mehrmals daran gedacht habe, dass ich noch ein Foto machen muss, bin ich erst abends dazu gekommen, durch die Wohnung zu tigern und ein Motiv zu suchen.
17.12.2012 (Tag 260): Ich hatte mal wieder Lust, mich selbst in Szene zu setzen. Aber meine heutige Kleidung ist eher bequem als schick und ausziehen wollte ich mich auch nicht. Dann dachte ich darüber nach, ob ich einen Bildwinkel finde, der wenig von der Kleidung zeigt und „anders“ ist. Gesicht von unten war langweilig, denn es zeigt nur Hals. Gesicht von oben gefiel mir gut. Die Kamera auf die Stirn gelegt, wird das Gesicht schön verzerrt. Ich habe etwa 20 Bilder gemacht. Dieses gefällt mir am besten, weil das Auge schön groß ist.
18.12.2012 (Tag 261): Wegen Weihnachten stapeln sich bei mir die Kartons. Was gibt es da Näheres, als den größten Karton zu fotografieren? Als Hauptlicht verwende ich einen Spot über dem Modell. Dieser beleuchtet das Gesicht und erzeugt den schönen Lichtkreis auf der Kartonvorderseite. Zur Aufhellung blitzt ein zweiter Blitz schwach und indirekt über einen Reflektor von links vorne.
19.12.2012 (Tag 262): Bei diesem Foto habe den Blitz hinter zwei Abschattern, die nur einen schmalen Spalt freigeben, positioniert. Eigentlich hatte ich gehofft, dass man von dem Licht, das von links vorne kommt, noch einen Strahl auf dem Boden sieht. Ich vermute, es liegt am Streulicht, dass man diesen Lichtstrahl nur erahnen kann.
20.12.2012 (Tag 263): Das Foto zum morgigen Weltuntergang. Merkt Euch eins: Wenn Ihr ein Licht seht, geht nicht hinein! Ich hoffe wirklich, dass mir der Maya-Kalender keinen Strich durch mein 365-Tage-Projekt macht. Nun mal im Ernst: Für dieses Bild habe ich eine einzige Lichtquelle auf Augenhöhe des Modells verwendet. Auf dem Blitz steckt ein 28cm Reflektor. Kein sehr schmeichelhaftes Licht, aber das würde hier auch nicht passen.
21.12.2012 (Tag 264): Beim heutigen Bild dient alleine der Bildschirm-Monitor als Lichtquelle. (Okay. Stimmt nicht ganz, denn hinten dringt noch etwas Tageslicht am Vorhang vorbei auf die weiße Wand.) Ich habe die Textverarbeitung gestartet, denn die leuchtet schön hell. Es gibt ein (englischsprachiges) Video von Michael Zelbel, in dem er Computer-Monitore für Beauty-Fotografie nutzt.
22.12.2012 (Tag 265): Bei einem Schneespaziergang traf ich diese Ente, die offensichtlich auch bei einem Schneespaziergang war. Fotografieren lassen wollte sie sich zwar nicht so gerne, aber ich habe es trotzdem geschafft.
23.12.2012 (Tag 266): Es ist schon wieder Abend und ich hatte noch keine Zeit für ein Projektfoto. Das Bild ist durch die Kaminscheibe fotografiert. Erfreulicherweise gab es darauf keine Reflexe vom Raumlicht.
24.12.2012 (Tag 267): Weihnachten im Projekt.
25.12.2012 (Tag 268): Dieses Foto zeigt unseren Tannenbaum von oben (knapp unter der Decke) fotografiert. Für alle Nachahmer: Passt auf, dass ihr Euch nicht die Ärmel ansengt oder der Schulterriemen Feuer fängt.
26.12.2012 (Tag 269): Schon wieder die Windmühle (siehe Fotos vom 21.10. und 24.11.). Diesmal bei Vollmond und mit Weihnachtsbeleuchtung. Ich musste einfach dieses Foto machen.
27.12.2012 (Tag 270): Eigentlich wollte ich draußen etwas handwerken, aber immer wieder gab es Regen. Als ich dann den Regenbogen sah, musste ich die Säge ganz beiseite legen und als erstes die Kamera rausholen. Auf einen großen Spaziergang um den besten Standort für mein Foto zu finden, hatte ich keine Lust (denn ich wollte heute ja noch mit meiner Arbeit fertig werden). Allerdings gefällt mir der Kontrast zwischen verträumten Regenbogen und eher trostloser Immobilie ganz gut.
28.12.2012 (Tag 271): Ein grüner (Filz-)Marienkäfer an einer grünen Wand. Nachdem ich zuerst die Blume nicht mit auf dem Bild hatte, war mir das Bild zu grün. Die Version mit Blume gefällt mir eindeutig besser und ist ausgewogener.
29.12.2012 (Tag 272): Ein „Blümchen“ an der Küste. Der Tag war grau, das Licht fade, die Fauna zu dieser Jahreszeit dürftig.
30.12.2012 (Tag 273): Seit gestern stand fest, dass ich heute eine Nacht-Aufnahme von dem alten Bauernhaus machen werde. Für ein HDR/DRI Bild fehlte mir das Stativ. Außerdem reizt mich dieser neumodische Schnick-Schnack nicht so sehr. Deswegen habe ich das Bild auch nach S/W umgewandelt.
31.12.2012 (Tag 274): Wir warten auf das neue Jahr. Das schöne an S/W-Fotos ist ja, dass man sich keine Gedanken um den Weißabgleich machen muss (meistens jedenfalls).
01.01.2013 (Tag 275): Dieser Silvesterknaller hat etwas florales. Ob das jedoch reicht, die Schäden an der Natur, die jedes Jahr durch die Knallerei verursacht werden zu legitimieren, darf bezweifelt werden. An diesem Bild mag ich die Lichtspuren und -spritzer zu den Rändern rechts und links. So früh am Tag wie heute, hatte ich noch nie mein Tagesfoto im Kasten.

Projekt-Zwischenresümee

Schon wieder ist ein Monat vorbei. Die Zeit rast. Ich freue mich, dass ich diesen Monat wieder ein bisschen Zeit hatte, wieder ein wenig zu „spielen“. Ich fühle mich wie auf der Zielgeraden. Nur noch drei Monate bis zum Ende des Projektes. Manchmal frage ich mich, wie der erste Tag nach meinem Projekt aussehen wird. Werde ich neben meiner Kamera sitzen und mir sagen „Nein, heute machst Du kein Foto“? Das wäre irgendwie pervers. Werde ich plötzlich all die schönen Motive um mich herum sehen, die sich bisher vor mir versteckt halten? Wahrscheinlich werde ich am 02. April einfach ein Foto machen und es nicht mehr online stellen (zumindest nicht mehr in das Projekt einstellen). Heute habe ich von einem (Englisch-sprachigen) Forum erfahren: Auf 365project.org hat man (kostenlos) die Möglichkeit, die Fotos seines eigenen 365-Tage Projektes online zu stellen. Dort kann man Inspiration finden, wenn mal die Ideen ausbleiben. Für mich kommt dieser Tipp leider zu spät.

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